Know-How-Transfer

Sei es der korrekte Umgang mit Treppenhäusern im GEAK oder die Verwendung des Wizards im GEAK Online Tool: unsere Rubrik «Know-How-Transfer» hat immer hilfreiche Tipps und Informationen für Sie bereit.

  • Treppenhaus

    Der Umgang mit Treppenhäusern gemäss SIA380/1 führt immer wieder zu Diskussionen. Insbesondere bei der Festlegung des Dämmperimeters und der Gebäudehüllflächen sowie bei allfälligen Vereinfachungen:

    Fall A: Offenes Treppenhaus (in der Regel nur EFH)
    Bei offenen Treppenhäusern (keine Türen gegen Wohn- und Arbeitsräume) müssen alle Gebäudehüllflächen und dazugehörige U-Werte ausgewiesen und entsprechend berücksichtigt werden (SIA 380/1:2016 Anhang C.1).

    Fall B: Geschlossenes Treppenhaus
    Beim geschlossenen Treppenhaus (Türen gegen Wohn- und Arbeitsräume) können alle Gebäudehüllflächen und dazugehörige U-Werte ausgewiesen und entsprechend berücksichtigt werden.

    Alternativ kann die Vereinfachung mit dem U-Wert von 2.5W/(m2k) angewendet werden, sofern keine Heizflächen im Untergeschoss des Treppenhauses sind (SIA 380/1:2016 Anhang C.3.3). Dies gilt auch für's EFH! Der Dämmperimeter läuft dann entlang der Geschossdecke und geht nicht ins Untergeschoss.

    Die Fläche der 2.5W/(m2k) umfasst jedoch einzig die Öffnungsfläche in der Geschossdecke (Fläche mit Tritten, Liftquerschnitt) gemäss Vollzugshilfe EN-102:

    Beispiel vereinfachte Flächenberechnung

    Die restlichen Flächen (Podeste, Verkehrsflächen, Zugänge, Decken etc.) sind mit den entsprechenden U-Werten auszuweisen.

    Fall C: Treppenhaus ausserhalb des Dämmperimeters
    Es gelten die normalen Anforderungen gegen unbeheizt: Alle Gebäudehüllflächen und dazugehörige U-Werte sind auszuweisen und entsprechend zu berücksichtigen (SIA 380/1:2016 Anhang C.2).

    Fazit
    Wesentlich, ob die Vereinfachung angewendet werden darf oder nicht ist das Kriterium des «geschlossenen Treppenhauses». Ein Treppenhaus gilt als geschlossen, wenn es Türen gegen die Wohn- und Arbeitsräume aufweist.

  • Die korrekte Verwendung der Wizards im GEAK Online Tool

    In der EDV wird ein Assistenzprogramm zur effizienten Dateneingabe als Wizard (eng. = Zauberer) bezeichnet. Die zwei Assistenz-Programme «Wizard Heizung/WW» und «Gebäudewizard» wurden vor der Abschaltung des ursprünglichen GEAK Tools ins aktuelle GEAK Tool übernommen. Die grundlegende Idee dahinter ist die Generierung von möglichst guten Vorschlagswerten, welche eine schnelle erste Plausibilisierung ermöglichen. Diese müssen anschliessend über ein iteratives Vorgehen optimiert werden. Richtig eingesetzt, können die Assistenten die Produktivität steigern. 

    Der Wizard Heizung/WW hilft bei der Eingabe der häufigsten Systeme. Die Anwendung ist einfach und selbsterklärend.

    Der Gebäudewizard ist in der Anwendung anspruchsvoller. Er beinhaltet einen Flächengenerator und einen Generator für die U-Werte der Bauteile. Das Verfahren basiert auf einer Studie, bei der mehrere tausend Gebäude mit Wohnnutzung auf gewisse Eigenschaften wie z.B. Baujahr, Ausrichtung, Anbausituation, Geometrie, etc. analysiert wurden. Der Gebäudewizard generiert aus den Eingabewerten des Anwenders und der Typologisierung Vorschlagswerte für Flächen und U-Werte. Die Qualität der Resultate des Wizards kann je nach Objekt und der Eingabewerte stark divergieren. Die Vorschlagswerte können bei typischen Gebäuden, wie zum Beispiel einem MFH aus den 50er Jahren, durchaus nahe an der Realität liegen, können aber auch bei einem architektonisch ambitionierten EFH aus den 60er Jahren stark von der Wirklichkeit abweichen. Ob Sie den Wizard anwenden ist Ihnen freigestellt. Dieser sollte in jedem Fall mit Bedacht angewandt und alle Vorschlagswerte hinterfragt werden. Der Gebäudewizard ist nicht, wie der englische Name suggeriert, ein Zauberer, sondern ein Assistent, der beaufsichtigt werden muss.